Hongquan - 红拳 - Rote Faust

Hongquan ist ein Wushu Stil, der aus dem Gebiet westlich des Zhongyuan stammt. Dem Anschein nach ist es der gleiche Stil, den Wang Qi in seiner „Fortsetzung des Studiums aller Hauptbereiche“ - „Xijiaquan“ („die westliche Faust“) nennt. Viele der üblichen Techniken dieses Stiles wurden auch im „Neuen Buch der Aufzeichnungen über die Leistungen“ von Qi Jiguang beschrieben.

 

Den Namen Hongquan erhielt der Stil zu Beginn der Qing-Dynastie für seine schönen und spektakulären Bewegungen. In einigen Dokumenten der Qing-Dynastie findet man „Daxiao Hongquan“ („große und kleine rote Fäuste“) erwähnt.

 

Es gab verschiedene Versionen von Hongquan. Je nachdem in welcher Provinz oder in welchem Kreis er trainiert wurde, nannte man ihn z. B. Hongquan aus Gansu, - Sichuan, - Yunnan, und in der meist entwickelten Variation - Hongquan aus Guanzhong. Anscheinend wurde der Stil in Guanzhong auf Basis vieler Techniken für lange Distanz aus verschiedenen nördlichen und südlichen Stilen entwickelt. Daraus baute man dann ein gemeinsames System auf. Von Guanzhong aus wurde er in andere Provinzen überliefert und dort verbreitet, was dazu führte, dass modernes Hongquan nun in mehr als 10 Provinzen praktiziert wird.

 

Hongquan hat einige Besonderheiten aufzuweisen. Dazu gehören seine spektakuläre Art, geschickte Schritte in Verbindung mit dem Oberkörper, ein flinker Rhythmus und gewandte Techniken. Die Kraft wirkt von außen her weich, aber von innen jedoch ist sie hart. Die Techniken sollen in erster Linie meisterhaft beherrscht werden.

 

Für die praktische Anwendung muss man über leichte Positionen verfügen und die weiche Jin (resultative Kraft) verwenden. Bevorzugt werden Kreisbewegungen, mit denen man versucht den eigenen Angriff zu verstecken und so wenig Kraft wie möglich aufzuwenden. Den Gegner kontrolliert man mithilfe von Schritten und bringt dabei listige Schläge zum Einsatz. Die meisten Techniken verwenden die Drehung des Oberkörpers und der Oberschenkel, die Schultern und Arme dehnen sich aus.

 

Die wichtigsten Taolu mit leeren Händen sind:

  • Dahongquan (große rote Faust)
  • Xiaohongquan (kleine rote Faust)

  • Zhonghongquan (mittlere rote Faust)

  • Laohongquan (alte rote Faust)

  • Fenhongquan (rosa Faust)

  • Taizu Hongquan (rote Faust von Taizu)

  • Changxiao Hongquan (lange kleine rote Faust)

  • Erlu Hongquan (zwei Bahnen der roten Faust)

  • Guanxi Hongquan (rote Faust aus Guanxi)

     

Die Taolu mit Waffen beinhalten Formen mit Stock und Peitsche als Hauptwaffen, wobei mit Peitsche-Bian in dem Stil eher ein dünner Stock bezeichnet wird, mit dem Pferde gesteuert werden. Es zählen aber auch noch weitere Waffen dazu, die von anderen Stilen integriert wurden. Taolu mit Waffen sind:

  • Muzigun (Stock von Mutter und Sohn)

  • Panlonggun (Stock des windenden Drachens)

  • Damogun (Stock von Bodhidharma)

  • Baishegun (Stock der weißen Schlange)

  • Baxiangun (Stock der acht Unsterblichen)

  • Pipagun (Stock von Pipa)

  • Taishibian (Peitsche des Mentors des Kaisers)

  • Dingtangbian (harte wilde Peitsche)

  • Heihubian (Peitsche des schwarzen Tigers)

  • Shuangdao (Doppelsäbel)

  • Shuangjian (doppelter vierseitiger Flegel)

  • Chunqiudao (Säbel des Frühlings und des Herbstes)

  • Xianchui (hängendes Gewicht)

 

Das Kampftraining beinhaltet:

  • Paoquan (laufende Faust)

  • Paogun (laufender Stock)

  • Paishou (ableitenden Hände)

  • Paigun (ableitende Stöcke)

 

Die Grundlagen der Haupttrainingsmethoden sind:

  • Shida Panjin (10 große Aufrollen der Muskeln)

  • Tazhuang (Treten der Säule)

  • Nading (Greifen des Ritualgefäßes)

  • Jiushidan (Heben der Langhanteln mit Steinscheiben)

  • Rougong (weiches Training, Dehnung)

 

Die Grundlegenden Anfänger Taolu sind:

  • Daxiao Hongquan (große und kleine rote Fäuste)

  • Erlu Hongquan (zwei Bahnen der roten Faust)

 

Die in Shanxi verbreiteten Stile Huaquan (Blumenfaust), Meihuaquan (die Faust der Pflaumenblüte), sowie Jiuquan (die Faust von Neun) wurden stark von Hongquan beeinflusst. Hongquan war einer von mehreren nördlichen Stilen, auf denen modernes Changquan basiert. Zu beachten ist, den Stil nicht mit Shaolin Hongquan zu verwechseln. Dieser wird mit einem anderen Schriftzeichen ( ) geschrieben!